Pale Ale ist ein hell bernsteinfarbenes Bier obergäriger Brauart mit einer mittelkräftigen, lange anhaltenden hellgelb-weißen Schaumkrone. Charakteristisch ist das ausgeprägte Hopfenaroma, das durch Kalthopfung oder die späte Gabe amerikanischer Hopfensorten am Ende des Kochens entsteht. Das Bier stammt aus Großbritannien und zeigt häufig eine zitrusbetonte Note. Wenn Sie Fans dieses Bierstils sind – mit unserem Rezept werden Sie sehen, dass Heimbrauen gar nicht schwer ist!
Rezept für ein hausgebrautes Pale Ale
Zubereitung:
Das Malz schroten, um die Körner zu zerkleinern und die Spelzen aufzubrechen. Sie können es bereits fertig geschrotet bestellen oder selbst mit einer professionellen Malzmühle schroten. Unter häuslichen Bedingungen lässt sich dieser Schritt notfalls auch mit einer Kaffeemühle durchführen. In einen Topf mit 40 Litern Fassungsvermögen 12 Liter Wasser einfüllen und auf 72°C erhitzen. Anschließend das geschrotete Malz einmaischen und dabei mit einem langen Kunststofflöffel gründlich rühren, damit es sich gleichmäßig im Wasser verteilt. Die Temperatur sollte sich bei ca. 62–65°C einpendeln. In dieser Temperatur die Maische etwa 30–40 Minuten halten.
Zu Beginn der Verzuckerungsrast eine Probe der Maische auf einen weißen Teller geben – einen Tropfen Jodlösung (Stärkenachweis) zufügen – und prüfen, ob sich die im Malz enthaltene Stärke
violett verfärbt. Das Maischen so lange fortführen, bis die sogenannte negative Jodprobe erreicht ist – also keine Verfärbung mehr auftritt. Nach 40 Minuten die Temperatur auf 72°C anheben und weitere 30 Minuten rasten. Zwischendurch den Abbau der Stärke kontrollieren (wenn sich der Indikator weiterhin violett färbt, die Rastzeit verlängern). Anschließend die Temperatur auf 78°C erhöhen und für weitere 10 Minuten halten. Durch die Temperaturwechsel baut sich die Stärke schneller ab, die Maische wird weniger klebrig und lässt sich leichter klären. Der Jodindikator sollte seine Farbe nicht mehr ändern (also nicht violett werden). Dann gilt der Maischprozess als abgeschlossen. Als Nächstes folgt das Läutern der Würze. Die Maische vorsichtig in einen 30-Liter-Läuterbehälter umfüllen. Warten, bis sich das sogenannte Läuterbett gebildet hat. Anschließend die Maische läutern. Zum Abtrennen der Treber von der Würze eignet sich am besten ein im Behälter montierter Filter aus Geflechtschlauch. Die ersten paar Liter (Vorlauf) zurück in den Behälter geben und den Vorgang wiederholen, bis die Flüssigkeit klar abläuft. Wenn der Großteil der Würze geläutert ist, die entstandenen Treber mit etwa 80°C warmem Wasser auswaschen (Nachguss), um die nach dem Maischen verbliebenen Zucker auszuspülen. Für das Nachgusswasser etwa 10–12 Liter verwenden. Überschüssiges Wasser verdampft beim Hopfenkochen. Die klare Würze wieder in den Topf geben. Zwischendurch Proben zur Zuckermessung mit einer Spindel entnehmen. Sie zeigt die Dichte unseres Suds an, also den Zuckergehalt der Würze in °Blg. Optimal sind etwa 12–15 °Blg.
Hopfenkochen – 60 Minuten
Das Hopfenkochen ist der nächste Schritt bei der Bierherstellung. Die gesamte Würze in den Topf geben und zum Kochen bringen. Dann den Hopfen – PERLE – zugeben und darauf achten, ihn langsam einzustreuen, damit nichts überkocht. Den Topf abdecken, jedoch so, dass Dampf entweichen kann. Nach 45 Minuten den Aromahopfen – CITRA – zugeben. Citra-Hopfen besitzt ein großartiges Zitrusfruchtaroma – er kann auch für die Kalthopfung verwendet werden.
Wenn Sie ein noch intensiveres Zitrusaroma wünschen, können Sie zusätzlich Orangenschalen zum Hopfenkochen geben (verwenden Sie jedoch nicht die weiße, bittere Innenhaut). Nach weiteren 15 Minuten (insgesamt dauert der Prozess ca. 60 Minuten) ist das Hopfenkochen beendet. Damit der Hopfen nicht direkt in der Würze schwimmt, können Sie ein Hopfensäckchen verwenden und den Hopfen darin einhängen. Wenn Sie den Hopfen jedoch direkt in der Würze kochen, sollte er nach dem Hopfenkochen abgefiltert werden, z. B. durch ein Sieb/Mulltuch oder einen Filter aus Geflechtschlauch. Der gesamte Hopfen sollte am Ende vollständig vom Sud getrennt sein. Nach diesem Schritt die Würze kräftig durchrühren, um sie gut zu belüften. Die klare Würze so schnell wie möglich herunterkühlen – hierfür empfehlen wir einen Tauchkühler. In dieser Zeit die Hefe vorbereiten. Den Beutelinhalt in Wasser mit etwa 25°C geben und ca. 20–30 Minuten zum Rehydrieren stehen lassen. Sobald die Würze auf 21°C abgekühlt ist, die Hefe zugeben. Den Gärbehälter dicht verschließen und ein zur Hälfte mit Wasser gefülltes Gärröhrchen einsetzen. Die Gärung bei etwa 18–21°C für 7–10 Tage führen. Nach der Hauptgärung das Jungbier umschlauchen und die Sekundärgärung (Ruhegärung) beginnen. Sie dient der Klärung und Reifung des Bieres. Die Flüssigkeit mit einem Schlauch in ein zweites Gärgefäß abziehen. Der Schlauch sollte ausreichend tief eingetaucht sein, um Oxidation und eine mögliche Kontamination zu vermeiden. Nach dem Umfüllen den Behälter fest verschließen und weitere 7 Tage bei derselben Temperatur stehen lassen. Während der Sekundärgärung müssen Sie kein Gärröhrchen mehr verwenden. In dieser Zeit eine Bierprobe entnehmen. Die Spindel sollte 2 bis 4 °Blg anzeigen – das bedeutet, dass die Hauptgärung abgeschlossen ist. Nach einer Woche das Bier in Flaschen abfüllen. Pro Liter Bier etwa 6 Gramm Glukose zugeben, damit das Bier schön karbonisiert. Alle Flaschen und Kronkorken gründlich mit Kaliumpyrosulfit reinigen und desinfizieren. Den Zucker in einer kleinen Menge Wasser auflösen und dem gesamten Ansatz zugeben. Für 20 Liter Bier benötigen Sie etwa 150 Gramm Glukose. Den Zucker können Sie alternativ auch mit einem
Zuckerdosierlöffel direkt in jede Flasche geben: 3 Gramm auf jeweils 0,5 Liter Bier. Die Flaschen mit einem Kronkorker verschließen. Nach etwa 4 Wochen sollte das Bier gut karbonisiert sein. In der Praxis hängt die „Lagerzeit“ vom Bierstil ab. Probieren Sie daher alle paar Tage eine Flasche, um herauszufinden, ab wann Ihnen das Bier am besten schmeckt.
ACHTUNG! Sämtliche Geräte müssen gründlich desinfiziert und gereinigt werden. Verwenden Sie dazu Kaliumpyrosulfit gemäß der Anleitung
auf der Verpackung.
Zum Wohl! ...denn Hausgemachtes ist besser!
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